Abschreibung AfA

Die Abschreibungen im Einzelnen:


Lineare Abschreibung

Bei der linearen Abschreibungsmethode (AfA) werden die Herstellungskosten (Netto) der PV-Anlage in gleichmäßigen Beträgen in der Einnhamen-Überschuss-Rechnung (EÜR) angegeben. Die lineare Abschreibung ist zeitanteilig für das Jahr der Inbetriebnahme der PV-Anlage anzusetzen. Der jeweilige Monat wird voll gerechnet (z.B. Dezember 1/12 der sich ergebenden linearen Abschreibung). Die fehlenden Restmonate aus dem ersten Jahr der Abschreibung werden im 21. Jahr verrechnet. Im Beispiel im 21. Jahr (11/12) der rechnerischen linearen AfA.

Degressive Abschreibung

Alternativ zur linearen AfA kann die degressive Abschreibung in der EÜR angesetzt werden.

Die degressive Abschreibung für in 2010 und 2011 angeschaffte Wirtschaftsgüter wurde im Rahmen des Konjunkturpakets I wieder gestattet. Bei der degressiven AfA kann maximal der 2,5-fache Wert der linearen AfA p.a. abgeschrieben werden. Für die Photovoltaik bedeutet dies 2,5 x 5% (lineare AfA)= 12,5%. Der Betrag ist immer vom verbliebenen Nettorestwert abzusetzen. Die degressive Afa kann wahlweise auch unter dem 2,5fachen der linearen AfA liegen, nicht jedoch unterhalb der linearen AfA.
Nach einigen Jahren fällt der Betrag der degressiven AfA unter den der linearen AfA, der konstant 5% beträgt. In der Regel wechselt man in diesem Jahr von der degressiven zur linearen Abschreibungsmethode und bleibt bei dieser Methode bis zum Ende des Abschreibungszeitraums.

Sonderabschreibung

Nach §7g Abs.1 EStG erlaubt es Existenzgründern im Jahr der Erstellung der PV-Anlage und in den folgenden 4 Jahren insgesamt 20% der Herstellungskosten abzusetzen. Die Verteilung der 20% kann in diesem Zeitraum beliebig gewählt werden und erfolgt parallel zur linearen Abschreibung. Eine jahresanteilige Aufteilung der Sonderabschreibung findet nicht statt. Somit können auch im Dezember eines Jahres maximal die vollen 20% Sonderabschreibung genutzt werden.

Voraussetzungen der Sonderabschreibung nach §7g EStG: 

  • Bestehender Gewerbebetrieb - (Gründung durch Anzeige gegenüber dem Finanzamt)
  • Anlagevermögen am Ende des Wirtschaftsjahres <204.517€ - im Regelfall gegeben
  • Anlagegut verbleibt ein Jahr im Betrieb - gegeben
  • Anlage wird ausschließlich betrieblich genutzt – gegeben

Investitionsabzugsbetrag

Der Investitionsabzugsbetrag im Zusammenhang mit der Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage ermöglicht es Kleinunternehmern (Gewinn im Jahr der Rücklagenbildung unter 100.000€) außerbilanziell maximal 40% der geplanten Investition (Kosten der Photovoltaik-Anlage) abzusetzen.

Diese Möglichkeit besteht auch noch rückwirkend für 2015 mit der Folge das Einkommen um 40% der Anschaffungskosten der PV-Anlage zu mindern.

Der Investitionsabzug wird einmalig durchgeführt und mindert die Berechnungsgrundlage der linearen Abschreibung. Die lineare Abschreibung basiert auf dem sich nach Verrechnung des Investitionsabzugsbetrages ergebenden Wertes.


Eine hohe Abschreibung führt in der Regel zu einem steuerlichen Verlust, der mit Einnahmen des Anlagenbetreibers aus anderen Einkommensquellen verrechnet werden kann.

Im Regelfall ist der Anlagenbetreiber an einer möglichst hohen Abschreibung am Anfang der Laufzeit interessiert. Das bedeutet für ihn in der Regel eine Steuerminderung. Voraussetzung ist ein vorhandenes zu versteuerndes Einkommen des Betreibers aus anderen Einkommensquellen (z.B. Lohn und Gehalt). Die Steuerminderung ist hauptsächlich ein Steuerstundungseffekt, da eine hohe anfängliche Abschreibung zu entsprechend höheren Gewinnen während des weiteren Betriebs der Anlage führt. Durch diese Form der Steuerminderung ergibt sich zum Einen ein Zinsvorteil. Als weiterer Effekt des zu berücksichtigenden Verlustes ist die Senkung des Einkommensteuertarifes zu sehen, der im jeweiligen Jahr für das gesamte zu versteuernde Einkommen zu einem niedrigeren Einkommensteuersatz führt.

Die Wahl der Abschreibungsart ist unter anderem von der zukünftigen Einkommensentwicklung und damit vom zukünftigen Steuersatz abhängig. Stark steigende Einkommen legen eine lineare Abschreibung nahe, zukünftig fallende Einkommen eine degressive AfA.

Ziel ist es, den steuerlich sich ergebenden Gewinn der Photovoltaik-Anlage, in einen Zeitraum mit einem geringeren Steuersatz zu verschieben (Nutzung der Steuerprogression).